Marterl zum Gedenken an den Jäger Nikolaus Wörndl von Grainbach, der im Jahr 1947 hier tödlich verunglückte, als er Fichtenzweige zur Fütterung des Rotwildes von den Bäumen schneiden wollte.

Das Marterl wurde von seinem gleichnamigen Sohn aus Aschau errichtet; das Gedicht stammt von Baron Ludwig Benedikt von Cramer-Klett, dem damaligen Jagdherrn:

“Du hast es verheißen so schön,
Dem Knecht, den Du wachend wirst finden.
Du wolltest bei Dir ihn erhöh’n.
Gott Vater, vergiß meine Sünden
Und schenk Dein Erbarmen mir bald,
Weil, als Du mich riefst, in den Stunden
Auch Deine Geschöpfe im Wald
Bei mir ein Erbarmen gefunden”.

2006 erfolgte eine Renovierung des Marterls.

Marterl Kräuterwiese

Marterl Kräuterwiese (Foto Wörndl)

Obwohl die Cramer-Klett`schen Wälder im Gemeindegebiet von Frasdorf bereits im Jahre 1935 verkauft worden waren, hatte sich Cramer-Klett noch die Jagd für einige Jahrzehnte vorbehalten. Auf der Kräuterwiese war seit jeher eine Rotwildfütterung. Auf den verschiedenen Bergwiesen wurde im Sommer von den „Kulturern“ Wildheu gewonnen und in Heustadeln eingelagert.

Die Hirsche, die in früheren Zeiten während der Wintermonate ins Flachland hinaus gezogen sind, blieben jetzt, durch Verkehr und Besiedelung an der Wanderung gehindert, ganzjährig in den tiefer gelegenen Regionen der Bergen. Seither ist das Rotwild in strengen Wintern auf eine Fütterung angewiesen. Vom Winter 1941/42 wird zum Beispiel in der Frasdorfer Pfarrchronik berichtet, dass neben Rehen und Hasen auch zahlreiche Hirsche in den Bergen verhungert und erfroren sind, weil sie es offensichtlich nicht mehr bis zur Futterstelle geschafft hatten.

„Marterl“, von „Martersäule“ abgeleitet, bedeutet: „Säule von Stein oder Mauerwerk, wohl auch von Holz, mit einem Kreuz oder sonst angebrachter Vorstellung irgend eines religiösen Gegenstandes, oder auch eines an Ort und Stelle begegneten Unglücksfalles, im Freien, besonders an Wegen aufgerichtet…. Vielleicht bezog sich die Benennung ursprünglich zunächst auf die an sog. „Kreuzwegen“ aufgerichteten Darstellungen des Leidens und der Marter Christi.“ (Schmeller, Bairisches Wörterbuch)

Jäger bei der Rotwildfütterung

Hohenaschauer Jäger bei der Rotwildfütterung (Sammlung Anner)

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