Zeugen unserer Kultur

Im Gemeindegebiet von Frasdorf befinden sich vier Kirchen und mehrere Kapellen.

Künstlerisch am bedeutsamsten ist die ehemalige Wallfahrtskirche St. Florian mit einem Flügelaltar aus der Zeit um 1500. Auch die Pfarrkirche St. Margaretha in Frasdorf sowie die Filialkirche Hl. Blut in Umrathshausen, ebenfalls eine frühere Wallfahrtskirche, gehen in ihrer Bausubstanz auf diese Zeit zurück.

Deutlich jünger ist die Christkönigskirche von Wildenwart, die erst in den 1930er-Jahren errichtet wurde.

Während der Sommermonate finden auf einigen Almen Bergmessen statt. Näheres hierzu ist in der Tourist-Info zu erfahren.

Bergmesse Hamberger Alm ©Brigitte Kolbeck
Kirche St. Margaretha Frasdorf

St. Margaretha Frasdorf

Bereits 1135 ist in Frasdorf eine Kirche erwähnt. Das heutige Gotteshaus wurde in der Spätgotik, um 1500 errichtet. Damals hatte der Turm noch ein Satteldach. Mehrere Umbauten und Erneuerungen der Innenausstattung gab es seither. Die einschneidenste Baumaßnahme war wohl die Verlängerung des Kirchenschiffes nach Westen im Jahr 1934. Die heutige Einrichtung stammt überwiegend aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts im Stil der „Neurenaissance“.

Volksaltar, Ambo und Sedilien wurden von Josef Hamberger um 1985 geschaffen.

Ausführliche Kirchenbeschreibung

Aktueller Gottesdienstplan: Pfarrverband Oberes Priental

Hl. Blut-Kirche Umrathshausen

Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche, die damals dem Hl. Ulrich geweiht war, geht auf das Jahr 1365 zurück. Der Bau des jetzigen Gotteshauses erfolgte um 1470. Nach mehreren Bränden sowie dem Einsturz des Turmes, erhielt die Kirche erst um 1900 ihr heutiges Aussehen.

Lange Zeit blühte hier eine Wallfahrt „Zum Hl. Blut“.

Die Inneneinrichtung, wie die Hauptkirche Frasdorf um 1870/80 im Stil der „Neurenaissance“ umgestaltet, enthält aber noch mehrere bedeutende Malereien und Schnitzplastiken aus der Barockzeit.

Ausführliche Kirchenbeschreibung

Aktueller Gottesdienstplan: Pfarrverband Oberes Priental

Kirche hl. Blut
St Florian mit Brunnenkapelle ©Rainer Nitzsche

St. Florian

Als Wallfahrtskirche (ursprünglich „Capelln“ genannt) wohl Anfang des 15. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der benachbarten Quelle, der man heilende Wirkung bei Augenleiden zusprach, entstanden. Die Verehrung des Hl. Florian und die Wallfahrt zu diesem Kirchlein entwickelten sich rasant. So errichtete man um 1490 die Kirche in ihrer heutigen Erscheinungsform.

Kunsthistorisch bedeutend ist der Flügelaltar der Kirche, der um 1500 von einem unbekannten Meister geschaffen wurde. Auch eine fast lebensgroße Schnitzfigur des Hl. Florian aus der Werkstatt von Johann Baptist Straub (um 1760) ist hervorzuheben.

Ausführliche Kirchenbeschreibung

Aktueller Gottesdienstplan:

Christkönigskirche Wildenwart

Über Jahrhunderte hinweg wurde die ehemalige Gemeinde Wildenwart seelsorgerisch von der Pfarrei  Prien aus betreut. Von dem Angebot der Schlossherrschaft in der neuen Schlosskapelle den Gottesdienst mitfeiern zu dürfen, wurde seit 1862 eifrig Gebrauch gemacht. Normalerweise fasst diese Kapelle 50 Personen, doch über 250 Gläubige nahmen mitunter an der Messfeier teil.

Der Wunsch nach einem eigenen Geistlichen und einer eigenen Kirche drückte sich bei der Bevölkerung in der Gründung eines Seelsorgevereins im Jahre 1923 aus. 1932 wurde der Seelsorgeverein erweitert zum “Seelsorge- und Kirchenbauverein”.

Am 15. Juli 1934 wurde die Kirche mit dem Patrozinium Christkönig von Michael Kardinal Faulhaber eingeweiht. Das vorgesehene große Deckenfresko in der Kuppel konnte nicht mehr erstellt werden.

Ausführliche Kirchenbeschreibung

Aktueller Gottesdienstplan: Pfarrverband Westliches Chiemseeufer

Kirche

Kapellen und Martersäulen

Friedhofskapelle Frasdorf

Spätgotischer Bau mit Zeltdach und Netzrippengewölbe zu Ehren der Heiligen Sebastian und Barbara. Obergeschoss (früher mit Aussentreppe) vermutlich Getreidekasten. Kapelle dürfte später auch als Gebeinhaus (Karner) gedient haben.

Schlosskapelle Wildenwart

(Privatbesitz, nicht zugänglich) Die Schlosskapelle befindet sich erst ab 1862 in diesem Raum. Bis dahin war hier die Registratur untergebracht. Unter dem einfachen Tonnengewölbe befindet sich ein bemerkenswerter Rokokoaltar des Aiblinger Bildhauers Joseph Götsch von 1774/75. Im November 1921 waren hier die Särge mit dem letzten bayerischen Königspaar aufgebahrt.

Kapelle

Brunnenkapelle St. Florian

Kleiner Achteckiger Bau von 1659. Zeltdach mit achteckiger Laterne und Zwiebelkuppel. Altar Frühbarock. In der Mitte achteckige Brunneneinfassung aus hellgrauem Marmor von 1747.

Friedhofskapelle Umrathshausen

1830 anstelle des alten Karners neu gebaut. Dient heute als Leichenhaus.

Riederkapelle in Umrathshausen

Am westlichen Ortsrand von Umrathshausen, um 1670 errichtet. Das große Kreuzigungsbild stammt ebenso wie die volkstümliche Deckenmalerei aus der Zeit um 1870.

Westerndorfer Kapelle

Um 1988 von der Westerndorfer Dorfgemeinschaft errichtet. Bis vor einigen Jahrzehnten stand hier ebenfalls eine Kapelle, wovon auch die Flurbezeichnung „Kapellenfeld“ Zeugnis gibt. Mehr erfahren Sie in der Ortsgeschichtlichen Information 30.

Kapelle in Berglandschaft

Kapelle Schmiedalm

1929 vom Paulschmied in Westerndorf aufgrund eines Gelöbnisses errichtet.

Kapelle Riesenalm

1985 aufgrund eines Gelöbnisses von der Hambergerfamilie in Ruckerting errichtet.

Weisses Marterl in Wildenwart

Gehört der Schmiedfamilie von Wildenwart und stand bis 2005 beim heutigen Kreisel.

Grenzsäule Wilhelming

Errichtet von Pankraz von Freyberg an der Grenze der Herrschaftsgebiet Hohenaschau und Wildenwart. Steht noch am Originalplatz. Nähere Informationen finden Sie in der Ortsgeschichtlichen Information 23.

Martersäule Kaltwasserl

Errichtet 1952 aufgrund eines Gelöbnisses von Familie von Cramer-Klett. Gleichzeitig Gedenksäule für den langjährigen Pächter der Winterstube, den „Dell-Hausl“.

Hinweis: Die Kapellen und Marterl sind ausführlich beschrieben im dem Heft „Flurdenkmäler in der Gemeinde Frasdorf“ von Franz und Hildegard Osterhammer (erhältlich in der Tourist-Info).